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Vom Schauen und Sehen
PATRICK KAUFMANN Malerei
HANNO METZLER Skulptur
Vernissage
Donnerstag, 7. Mai 2009, 20 Uhr
Elisabeth Stöckler spricht mit den Künstlern über ihre Werke.
Musikalische Umrahmung: Norbert Dehmke, Saxophon.
Ort:
Palais Liechtenstein
Forum für zeitgenössische Kunst
Schlossergasse 8, 6800 Feldkirch
Tel.: 05522/304-1271
verena.valentini@feldkirch.at
www.palaisliechtenstein.at
Dauer der Ausstellung: 8. Mai bis 31. Mai 2009
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 13 Uhr
Einladungskarte als pdf
Patrick Kaufmann:
Eine Farbe fällt dem Maler nicht zu, sie kommt zu ihm hin, und er muss
sich empfangsbereit erweisen; seine Aufgabe ist auch diejenige, das
Herannahen der Farbe, die zu ihm gehört, in den allerersten Anzeichen
auszumachen, also dafür (und für das dann Verlangte) seine Sinnesorgane
zu schärfen, die Augen weiter aufzureißen, als es ihm womöglich bis
dahin gefällt. „Die Farbe hat mich, ich bin Maler.“ Paul Klee. Er meint
das Bild des Künstlers, der von seiner Farbe gefunden wird und sich
nicht selbst im Suchen nach ihr verliert.
Patrick Kaufmann hatte sich zu seinem Blau hin(durch)gearbeitet und
zugleich, so scheint es mir, ist dieses dann später erworbene Blau ihm
anteilig entgegen „gewachsen“, um einen organischen Begriff dafür in
Anwendung zu bringen. Vielleicht ein Treffen in der Mitte, wo sich der
Hergang nicht mehr genau trennen oder unterscheiden lässt. Es wird
endlich zum „Element“, als das es der Maler selbst bezeichnet. (Martin
Kolbe)

Hanno Metzler:
Kaum ein Gegenstand, kaum eine Erscheinung in der Natur, die so sehr das
Objektive verkörpern wie Steine. Steine stehen – nach unseren
menschlichen Maßstäben – fest, unverrückbar, unveränderbar an ihrem
Platz. So sind Steine das Material par excellence für Bildhauer. Je
härter, desto besser. Wer nach Ebenbürtigkeit mit Steinen strebt,
braucht einen starken Arm und Geduld, Geduld, Geduld, samt einer
gesunden Portion Demut, vermengt mit ebensoviel Übermut. Das Urbild des
Steinarbeiters ist Sisyphus. Ihn haben die Götter dazu verdammt, in
Ewigkeit einen Stein auf einen Berg zu schleppen, um ihn danach wieder
hinunter rollen zu lassen. Wir müssen uns Sisyphus als glücklichen
Menschen vorstellen, hat der Philosoph Albert Camus erkannt.
Sich an Steinen abarbeiten. Bildhauerei: Den Stein zu bearbeiten ist
immer zugleich Arbeit an der Seele des Steins - und an derjenigen des
Bearbeiters. (Dr. Peter Natter) |