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Gottfried Koch
Künstlerportrait "Nicht immer steht am Anfang das Wort, oft geht dem ganzen Treiben ein spielerisches Form- und Farbgeplänkel voraus, ein Experiment mit bekanntem oder neuem Material und Werkzeug Der Zufall fuhrt Regie Die Folge ist zunächst oft Chaos, aus dem das hervorgeht, was als Werk Bestand hat über den künstlerischen Schaffensprozeß Gottfried Koch wurde 1932 als achtes Kind einer Handwerkerfamilie in Feldkirch-Altenstadt geboren Nach der Hauptschule besuchte er die Lehrerbildungsanstalt Feldkirch, wo er 1952 maturierte Nach Abschluß seiner Ausbildung wirkte er an mehreren Schulen des Landes Von 1976 bis zu seiner Pensionierung 1992 war Gottfried Koch Direktor der Volksschule Andelsbuch Als Lehrer war er vor allem im sprachlichen, bildnerischen und musikalischen Bereich sehr erfolgreich Seine Kunsterziehungstätigkeit war sehr vielfältig - so hat er sowohl an Pflichtschulen, am Gymnasium in Egg und an der Volkshochschule seine Fähigkeiten weitervermittelt und war mehrere Jahre Landesreferent der Kunst- und Werkerzieher Vorarlbergs Seine Entwicklung ist erstaunlich, einen Stillstand kennt der passionierte Maler und Zeichner nicht. Neue Bildinhalte werden vermittelt, neue Werkzeuge erprobt, neue Materialien erschlossen, verschiedene Techniken kombiniert Erst vor kurzem entstanden die ersten textilen Bilder und Collagen. Die Entstehung eines Werkes wird, so Koch, wesentlich vom "Handwerkszeug" und Material diktiert, was auch die Vielfalt seiner technisch ausgefeilten Arbeiten erklärt. Bis vor wenigen Jahren galten seine künstlerischen Ambitionen vorwiegend dem Aquarell Seit geraumer Zeit beschäftigt er sich aber wieder intensiv mit den Möglichkeiten der Zeichnung, der Gouache oder des Ölpastells Kochs Bilder sind nicht kommentarbedürftig, sie sind erlebbar ohne Vorverständnis und animieren zum "Mitsummen oder Mitschwingen" Wer die Arbeiten Kochs kennt, stellt den unaufhaltsamen Fortschritt des Reduktions- und Abstraktionsprozesses seiner Bildsprache fest Seine Blätter sind oft jenseits der Grenze des Gegenständlichen oder Sagbaren angesiedelt und umwerben den Betrachter als "ästhetisches Etwas". Manchmal ist eine unscharfe Mitteilung zu sondieren, die Assoziationen weckt. Nur selten aber emanzipiert sich ein begrifflich faßbares Objekt vom abstrakten Bildgrund oder -verband. Kirchen definieren kleine Orte und erheben sich aus einer Massierung von Strichen flüchtiger Tusch-Federnotizen. Räumlichkeit spielt in den Arbeiten Gottfried Kochs eine untergeordnete Rolle Formvereinfachung und Reduktion der Farbwerte bestimmen den Charakter seiner Blätter, die mit unterschiedlichsten Strichvaleurs, zarten Linien und energisch gesetzten, kraftvollen Bündelungen konfrontieren. Seine neuesten Bilder zeigen eine Präferenz für das Ölpastell, da es sowohl zeichnerische als auch malerische Tendenzen zuläßt und sich in besonderem Maße für feine Nuancierungen in der Wiedergabe von Stofflichem eignet. Sein künstlerisches Talent zeigte sich schon wahrend der Schulzeit Mehrere Preise bei Zeichenwettbewerben bestätigten dem Jugendlichen seine herausragenden Fähigkeiten. Den ersten unvergeßlichen Wettbewerbserfolg erlebte er als Hauptschüler 1946 - also unmittelbar nach Kriegsende - der mit einem dreiwöchigen Ferienaufenthalt in der damals paradiesisch anmutenden Schweiz honoriert wurde Die einzige erhalten gebliebene Arbeit aus dieser Zeit ist die Kopie des "Greisenantlitzes" nach Albrecht Dürer, die er im Alter von 14 Jahren schuf Die zeichnerische Qualität des Blattes ist bemerkenswert, obwohl die Arbeitsmittel damals sehr dürftig waren ( schlechtes Papier, brüchiger Bleistift, vertrocknetes Deckweiß) Seinem Wunsch und dem Ratschlag des Zeichenprofessors Rettberg, die Kunstakademie in Wien zu besuchen, konnten die Eltern aus finanziellen Gründen nicht entsprechen Stipendien gab es damals nicht) Der schließlich ergriffene Lehrberuf hatte zwar für die künstlerische Tätigkeit etwas Freiraum gelassen, doch reichte das Gehalt des Junglehrers gerade für unwirtliche Zimmer (ohne Heizung, ohne Tisch), in denen an Malen nicht zu denken war 1957 heiratete er die Tochter des Andelsbucher Gemeindearztes, Inge Riedmann, und ließ sich in Andelsbuch nieder ( Dieser Ehe entsprossen 6 tüchtige Kinder, denen er ein höheres Studium ermöglichte) Die Voraussetzungen, sich wieder künstlerisch zu betätigen, waren durch die Gründung eines eigenen Hausstandes gegeben, die Bekanntschaften mit den Bregenzerwalder Künstlern Hans Strobl und später Hubert Berchtold ermutigten ihn, sich wieder mit der Malerei auseinanderzusetzen In den 70er Jahren begann er, seine Bilder vorerst in kleinerem Rahmen der Öffentlichkeit zu präsentieren In diese Zeit fallt auch die intensive Beschäftigung mit der modernen Malerei und die Suche nach einem persönlichen Stil Inzwischen sind die Werke des Andelsbucher Künstlers einem breiten Publikum bekannt Kochs Bilder zeigen deutlich das Streben nach Ausgewogenheit. Bezeichnend für die Arbeiten des Andelsbucher Künstlers ist seine Vorliebe für Erdtöne, die er in reich differenzierten Abstufungen zu einer faszinierenden Oberflächentextur zusammenfügt Trotz der Vielschichtigkeit der Thematik, der Technik und der künstlerischen Interpretation verbindet Kochs Bilder sein Engagement für das Schöne und eine Kunst der positiven Werte "Morbides", schreibt er, "Häßliches, Dekadentes oder Spekulatives sucht man aus Respekt vor der Schöpfung in meinen Bildern vergebens" Seine Lehrmeisterin ist die Natur - ihr widmete er auch den Großteil seines umfangreichen Schaffens Koch kopiert sie aber nicht, sondern verarbeitet Gesehenes, Erfahrenes, Erlebtes zu autonomen Bildern Hierin liegt eine seiner großen Stärken Größere Einzelausstellungen 1981 Schulgalerie Schaffhausen, Schweiz |
| © www.hannometzler.at Letzte Änderung: 10.8.2004 |